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Posted by : Gedankenduscher | On : 29. November 2012

Edel und anmutig:Über die Dressurpferde

Das Pferd ist ein beliebter Partner bei der Ausübung diverser Sportarten. Neben einfachen Ausritten im Freizeitbereich absolvieren Reiter und Pferd zum Beispiel das Westernreiten, das Distanzreiten und das Springreiten. Zudem gibt es zahlreiche Reitspiele – wie etwa Polo – oder Sportarten, bei denen nicht geritten, sondern vielmehr gefahren wird wie beim Hindernisfahren, bei dem Wagen bzw. Kutschen zum Einsatz kommen. Alle Sportarten, bei denen Mensch und Tier an einem gemeinsamen Strang ziehen, üben einen gewissen Reiz aus: Der Mensch muss mit dem Tier kommunizieren und für diese Kommunikation eine gemeinsame Ebene finden.

Dies gilt im Reitsport in ganz besonderem Maße für das Dressurreiten, bei dem es auf eine außerordentliche Harmonie zwischen Mensch und Reiter ankommt, die gleichzeitig auch die Basis für andere Disziplinen bilden kann. Dressurpferde sind besonders geschulte Pferde, die gelernt haben, einzelne Lektionen formvollendet auszuführen. Diese Lektionen sind nicht nur vom Menschen schön anzusehen und sprechen für den Gehorsam des Pferdes, sondern leisten auch einen Beitrag dazu, dass Dressurpferde die Belastungen, die durch das Reiten an sich entstehen, auf Dauer bewältigen können. Dressurreiten ist bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts eine olympische Disziplin, erfreut sich aber nicht nur in einem solch professionellen Rahmen großer Beliebtheit, sondern veranlasst auch viele Hobbyreiter, neue Herausforderungen anzugehen.

 

 

Dressurreiten als olympische Disziplin

Auch wenn man den Reitsport – und auch das Dressurreiten – oft mit Sportlerinnen in Verbindung bringt: Lange Zeit war die olympische Disziplin des Dressurreitens ausschließlich Männern vorbehalten. Geändert hat sich dieses erst Anfang der 1950er Jahre. In Deutschland spielt das olympische Dressurreiten besonders seit den 1980er Jahren eine herausragende Rolle in der Öffentlichkeit: Von 1984 bis 2008 holte Deutschland den Mannschaftssieg in dieser Sportart. Aber auch schon zuvor gab es bedeutende deutsche Mannschaftssiege sowie deutsche Einzelathleten, die zu Olympiasiegern im Dressurreiten gekürt wurden.

Deutschland kann somit ohne Frage als ein Land des Dressurreitens bezeichnet werden. Die Darbietungen, die Zuschauer bei Olympia geboten bekommen, sind wahre Spitzenleistungen, welche die Reiter und die Dressurpferde gemeinsam vollbringen. Diese Leistungen können sicherlich nicht im Freizeitbereich erbracht werden, allerdings können sich auch Hobby-Reiter den ersten kleinen Herausforderungen stellen, welche die Dressur für sie bietet. Im Idealfall lernt der Reiter sein Pferd bei diesem Sport besonders gut kennen und stärkt die Bindung zu seinem Tier. Langweilig wird es dabei nie werden: Die Lektionen sind abwechslungsreich und ihr Einüben benötigt viel Feingefühl.

Abwechslungsreiche Lektionen

Dressurreiten ist sehr anspruchsvoll und erfordert vom Reiter sehr viel Geduld. In kleinen Schritten erreichen Reiter und Dressurpferde hier gemeinsam ihre Ziele. Selbstverständlich spielen bei den einzelnen Lektionen die typischen Gangarten des Pferdes eine zentrale Rolle. Die langsamste Gangart ist dabei der Schritt, es folgt der Trab und schließlich der Galopp. Diese Gangarten werden auf dem Dressurviereck genauso gezeigt, wie die spektakulären Lektionen, die insbesondere Laien mit der Dressur auf das Engste verbinden. Die Gangarten sind dabei oft die Basis der jeweiligen Lektionen – so etwa bei der bekannten Galopppirouette.

Hier bewegen sich Dressurpferde mit den vorderen Beinen in kleinen Sprüngen im Kreis um die Hinterhand, die wiederum lediglich eine kleine und enge Bewegung im Kreis vollführt. An den Trab dagegen erinnert die Piaffe: Hierbei handelt es sich um eine Lektion, bei der Dressurpferde die Gangart Trab gewissermaßen auf der Stelle ausführen. Dabei ist der natürliche Trab allerdings kunstvoll stilisiert, somit nicht mehr mit der natürlichen Gangart Trab komplett vergleichbar, aber besonders schön anzusehen. Bei Turnieren besteht eine weitere Herausforderung darin, mehrere Lektionen hintereinander auszuführen und diese harmonisch miteinander zu verbinden, sodass es den Anschein hat, die Reiter und Dressurpferde würden über das Dressurviereck tanzen. Eine solche Kür auszuarbeiten bedeutet viel Arbeit – umso stolzer können Dressurreiter allerdings sein, wenn sie schlussendlich erfolgreich sind.